Wer in Harkebrügge die 80er und frühen 90er erlebt hat, kommt am „Charts“ eigentlich nicht vorbei. Die legendäre Disco an der Dorfstraße war für viele mehr als nur ein Laden zum Tanzen. Sie war Treffpunkt, Konzertbühne, Wochenendprogramm und für manche ein Stück Jugend.

Einer, der diese Zeit ganz besonders intensiv erlebt hat, ist Paul Gröneweg.

Direkt gegenüber – näher ging es kaum

Paul wohnte damals mit seiner Familie genau gegenüber vom „Charts“. Als Wolfgang Schönenberg am 17. März 1978 die Diskothek eröffnete, war Paul gerade einmal 14 Jahre alt.

Schon beim Umbau der damaligen Gaststätte Hempen-Thole war er mit dabei. Später half er gemeinsam mit Schönenbergs Mutter Hilde an der Kasse und wurde schließlich selbst Stammgast.

Mit seinen Freunden Jürgen und Heinz war Paul regelmäßig dabei.

„Wir gehörten zum Inventar“, erinnert er sich heute.

Und irgendwie stimmt das auch.

Das „Charts“ kommt zurück – zumindest ein kleines bisschen

Die Erinnerungen an diese besondere Zeit sind geblieben. Und genau deshalb hat Paul inzwischen eine ganz besondere Idee umgesetzt: Aus seinem privaten Partyraum entsteht nach und nach ein kleines „Charts“-Museum.

Die ersten Erinnerungsstücke hängen bereits an den Wänden. Alte Konzertplakate, Fotos und verschiedene Dinge aus der großen „Charts“-Zeit lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden.

Und dabei wird schnell klar, was für ein außergewöhnlicher Ort das „Charts“ damals war.

Rockstars mitten in Harkebrügge

Wolfgang Schönenberg holte zahlreiche Bands und Künstler nach Harkebrügge. Rund 100 Konzerte fanden bis zu seinem Ausstieg statt.

Heinz-Rudolf Kunze, Philip Boa, Karat, City, Trio und viele weitere Künstler standen im „Charts“ auf der Bühne.

Für ein kleines Dorf wie Harkebrügge war das schon etwas Besonderes.

Konzertplakate von Schicke, Führs & Fröhling, Octopus, Hoelderlin, Lake, Heinz-Rudolf Kunze oder Gnags gehören inzwischen zu Pauls Sammlung.

Gesucht: Eure „Charts“-Erinnerungen

Was heute besonders fehlt, sind alte Fotos.

Denn mal ehrlich: Wer hatte damals schon eine Kamera dabei, wenn es am Wochenende ins „Charts“ ging?

„Wenn ich damals doch ein Handy gehabt hätte!“, sagt Paul heute mit einem Augenzwinkern.

Deshalb ist die Sammlung noch lange nicht fertig.

Vielleicht gibt es bei euch zu Hause noch alte Fotos, Konzertplakate, Eintrittskarten, Aufkleber, Zeitungsberichte oder andere Erinnerungsstücke aus dieser Zeit.

Vielleicht kennt ihr auch jemanden, der damals regelmäßig im „Charts“ war oder dort gearbeitet hat.

Jedes noch so kleine Erinnerungsstück kann dabei helfen, ein Stück Harkebrügger Geschichte zu bewahren.

Und wenn man noch größer träumen darf …

Natürlich gibt es auch die ganz große „Charts“-Vision.

Eine eigene Halle irgendwo im Gewerbegebiet. Die alte Fassade. Die Leuchtreklame. Teestube und Kamin. Rattan-Sessel. Eine urige Kneipe. Video-Beamer und Leinwand. Und natürlich die großen Revox-Boxen auf der Tanzfläche.

Dazu die Musik von damals.

Einmal zurück in die 80er.

„Das ist ein wunderbarer Gedanke“, sagt Paul. „Aber das ist natürlich finanziell eher nicht zu stemmen.“

Also bleibt es zunächst bei der kleinen Zeitreise im privaten Partyraum.

Erinnerungen, die bleiben

Vor allem in den Wintermonaten sitzen Paul und seine Freunde gerne zusammen, schauen alte Musikvideos und lassen die „Charts“-Zeit noch einmal aufleben.

Und vielleicht wächst die Sammlung ja noch weiter.

Denn das „Charts“ war ein Teil der Geschichte von Harkebrügge – und für viele ein ganz persönlicher Teil ihrer Jugend.

Wer noch etwas aus dieser Zeit besitzt oder einen Kontakt zu ehemaligen Gästen, Mitarbeitern oder Musikern herstellen kann, darf sich gerne bei Paul Gröneweg melden.

Vielleicht liegt irgendwo auf einem Dachboden noch genau das Erinnerungsstück, das in der Sammlung bisher fehlt.

Paul freut sich über jeden Hinweis.

Telefon: 0172 / 9385229
E-Mail: paul.groeneweg@gmx.de

Quelle: Artikel & Bilder von Uwe Prins / Generalanzeiger

Zeitreise zurück ins „Charts“ – Pauls kleines Museum
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